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Droht die zweite Immobilienblase?

Droht die zweite Immobilienblase?

Schon vor gut zehn Jahren war die erste Immobilienblase in den USA geplatzt. Die darauf folgende Finanz- und Wirtschaftskrise hatte schwere globale Auswirkungen. Nun warnen die Finanzexperten vor einer neuen Krise.

Misswirtschaft der Banken und schwerwiegende Fehlentscheidungen lösten vor gut zehn Jahren eine schwere Finanz- und Wirtschaftskrise aus. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass sich bald ein ähnliches Szenario abspielen könnte.

Zeichen der Vergangenheit wieder aktuell

Die Hauptursache der zerplatzten Immobilienblase in den USA waren schwerwiegende Fehlentscheidungen des damaligen Chefs der US-Notenbank Fed. Dieser hatte die Zinsen lange Jahre auf äußerst niedrigem Niveau belassen und versäumt, rechtzeitig Anpassungen vorzunehmen. Infolgedessen wurden unzählige Kredite für Immobilienkäufe bewilligt, die von den finanzschwachen Kreditnehmern nie zurückgezahlt werden konnten.

Auch heute dominieren Niedrigzinsen den Markt. Während sie aktuell in den USA zwischen 2,25 und 2,5 Prozent liegen, gibt es in Europa Kredite bereits mit 0 Prozent Zinsen. Die Immobilienpreise in Europa steigen seit 2014 immer weiter an.

Für die Finanzexperten ist das aktuelle Verhältnis von Häuserpreisen und Jahresmieten zueinander ein klares Erkennungsmerkmal für eine erneute Immobilienblase. Derzeit bewegt es sich auf dem Niveau von 2008. Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer sieht eine Immobilienblase in Europa kommen. Es droht eine ähnliche Entwicklung wie damals in den USA. Als einen wichtigen Beschleuniger sieht Krämer die Nullprozent-Zinspolitik der EZB. Diese mache Immobilienkäufe attraktiver, senke aber die Renditen anderer Geldanlageprodukte.

Seit Ende 2015 sind die Immobilienpreise bundesweit um 22 Prozent angestiegen. Bei den Eigentumswohnungen in den großen Metropolen stiegen die Preise sogar um 40,8 Prozent an, den Angaben des statistischen Bundesamtes zufolge.

Ein Blick auf die Zahlen der USA zeigt deutlich, dass die Angst vor dem Platzen der zweiten Immobilienblase durchaus berechtigt ist. Dort liegen die Preise aktuell bereits höher als damals. Eine Trendwende zeichnet sich in einigen Städten ab. Diese Abwärtsentwicklung würde starke Auswirkungen auf die Entwicklung des globalen Wirtschaftswachstums haben. Die Vergangenheit hatte dies bereits mehrfach bestätigt.

Einige Faktoren sprechen dagegen

Dennoch gibt es auch einige Faktoren, die gegen das Platzen der Immobilienblase sprechen. Dazu zählt vor allem die Politik der Notenbanken. In der Vergangenheit waren dem großen Crash stets stark steigende Zinsen vorausgegangen. Aktuell halten die Banken an ihren Niedrigzinsangeboten fest. Da auch in den USA mit Zinssenkungen gerechnet wird, könnte sich das Platzen der Immobilienblase durchaus noch etwas weiter nach hinten verschieben.

Bildurheber: racorn / 123RF Standard-Bild

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